Gemeinsame Ortsgruppe von BN und LBV

Gerlinde Grün-Harrer,1. Vors BN , Birkenstr.1,91180 Heideck
09177-1336, g-gruen-harrer(at)online.de
Ruppert Zeiner, 1. Vors. LBV, An der Gredl 22, 91180 Heideck
09177-1451

_________________________________________________________________

1988 – 2018 – 30 Jahre gemeinsame Ortsgruppe Heideck von Bund Naturschutz und Landesbund für Vogelschutz

1988 hatten wir beide – Gerlinde Grün-Harrer und Ruppert Zeiner - unabhängig voneinander die Idee, in Heideck eine Ortsgruppe für den BN bzw. den LBV zu gründen. Bei knapp 5000 Einwohnern und vielen gemeinsamen Themen und Aufgaben entschlossen wir uns zur Gründung einer gemeinsamen Ortsgruppe. Einmalig in Bayern!

 

Beim Geld hört bei uns nicht die Freundschaft, sondern die Satzung auf: durch getrennte Kassen. Unsere Kassierer Ottmar Brunner, sein Nachfolger für den BN, Reinhard Spörl, verwalten nur kleine Guthaben. Für die Arbeit des Schriftführers fanden sich Timo Sorgatz und Bärbel Grebenau-Klehr bereit. Seit ca. 2007 müssen meist wir Vorsitzenden das Protokoll selbst verfassen. Gerlinde ist stellvertretende LBV-Ortsvorsitzende, Ruppert stellvertretender BN-Ortsvorsitzender.

 

Während der 30 Jahre setz(t)en einige engagierte Beisitzer wichtige Akzente. Josef Gruner war es als Architekt ein Anliegen, das ökologische Bauen umzusetzen. Hans Beer war als Kenner der Landwirtschaft und als Imkermeister ein über die Grenzen des Landkreises bekannter Fachmann mit viel Detailwissen. - Dietmar Schuster vertritt als Förster die naturnahe Waldbewirtschaftung und führt im Rahmen des Sommerferienprogramms die Kinder zum Natur-Erleben. Mit Martin Harrer machten wir das Sauerkrauteinmachen wie zu Großmutters Zeiten wieder populär. Als Jäger und einer der besten Ornithologen im Landkreis führt Karl-Heinz Neuner uns zweimal im Jahr bei unterhaltsamen Exkursionen zu den Schönheiten unserer Heimat. Den Vogel und den Baum des Jahres stellt er uns bei den Jahreshauptversammlungen vor.

 

Als dem LBV 1989 in Heideck ein ehemaliger Hopfenacker zum Kauf angeboten wurde, legten wir darauf eine Streuobstwiese an. Wir hofften, dass sich unsere Mitglieder mit diesem Biotop identifizieren, bei dessen Pflege und Ernte helfen. Leider finden sich immer nur eine Handvoll Aktive zusammen. Seit 1991 sind die Apfel-, Birn-, Zwetschgen-, Kirsch- und Nussbäume schon ansehnliche Gewächse geworden, die im Winter einer extensiven Pflege unterzogen werden. Als Dankeschön übernimmt die LBV-Kasse die Kosten bei der Mosterei für die Apfelsaft-Herstellung. Unsere Kopfweiden, die wir im Zweijahresrhythmus schneiden, haben sich schon zu interessanten Höhlenbäumen entwickelt. Zur sinnvollen Verwendung des Grases lässt bereits der vierte Schäfer eine kleine Herde auf unserem 1,6 ha großen Grund parzelliert weiden.

 

Bei den Stellungnahmen zu geplanten Bau- und Gewerbegebieten haben wir uns viele Gedanken gemacht und Alternativen aufgezeigt. Die „Höfener Läden“ waren 2005 und sind heute noch unserer Meinung nach ein Flop. Dieses Bauvorhaben polarisierte die Bevölkerung in ähnlicher Weise wie die Windkraftanlagen bei Liebenstadt, die 2015 durch Bürgerbefragung mehrheitlich abgelehnt wurden. Für eine neue Baulandausweisung soll demnächst ein Waldstück auf angrenzender Hilpoltsteiner Gemarkung gerodet werden zur Erweiterung des Gewerbegebietes 2.

 

Wenn man so zurückblickt, hat unsere kleine Ortsgruppe –aktuell 77 BN- und 134 LBV-Mitglieder – doch einiges in Heideck und in seinen Ortsteilen getan:

 

1988 zwei ehemalige Bierkeller als Fledermaus-Winterquartiere hergerichtet. Seitdem regelmäßige Winter- und Sommerquartierkontrollen.

Bau der Holzhütte (2 x 6 m) für den Weihnachtmarkt, jährl. Beteiligung am Markt.

1991 Pflanzung am Schleichersbuck von zwei Dutzend Obstbäumen alter Sorte.
In den Folgejahren Anlegen einer Benjeshecke, zusammen mit einer Schulklasse, Kopfweidenpflege, Anlage einer „Weidenhütte“, Pflanzung von Walnussbäumen.

Seit 1991 Bereitstellung von inzw. 30 Singvogel-Präparaten für unsere Volksschule.

1993 Ausschilderung des Höfener Hohlwegs beim ersten Umwelttag der Volksschule.

1998 Pflanzung einer Winterlinde mit der Fa. Opitz und Wettbewerb „Unser Haus- und Hofbaum“ anlässlich unseres 10-jährigen Jubiläums.

Seit 1999 jährlich Vogelstimmenwanderungen und Exkursionen um Heideck, seinen Ortsteilen und im Landkreis, später auch Winterwanderungen mit Spurenlese.

2008 große Ausstellung mit Künstlern und Tierpräparaten des Bayerischen Jagdverbands und Luftballonwettbewerb beim 20-jährigen Jubiläum.

2016 Die Stadt Heideck richtet eine WebCam in unserem Turmfalkenkasten im Rathaus ein. Neuausschilderung des Höfener Hohlwegs mit dem AK Tourismus.

Ansonsten:

Mitarbeit im AK Landwirtschaft und im AK Gentechnik der BN-Kreisgruppe, beim Volksbegehren „Das bessere Müllkonzept“ und gegen die Forstreform in Bay.

Teilnahme an den Haus- und Straßensammlungen von BN und LBV.

Amphibienrettung bei Rambach/Liebenstadt, Laibstadt, Altenheideck/Tautenwind.

Basteln mit Naturmaterialien und Exkursionen beim Sommerferienprogramm.

Zusammenarbeit mit der Heimatkundlichen Sammlung Heideck (Exkursionen), der Katholischen Arbeitnehmerbewegung Heideck (Vorträge) und den Kirchengemeinden.

Schleiereulenkasten auf dem Turm der Stadtpfarrkirche montiert. Mauersegler-Nistkästen im Turm der Kapell.

Fledermaus-Flachkästen mit Schülern am Herrenwald/am Steinreisach aufgehängt.

Pacht eines Auwalds an der Thalach bei Laibstadt.

12 J. Pacht der Streuobstwiese am Westrand von Heideck (ext. Baumpflege, Ernte).

Beteiligung an Umwelttagen der Volkschule und Tag der Artenvielfalt der BN-KG 2013

Teilnahme an Ramma-Damma-Aktionen des Landkreises.

Schutz der Siechenbachquelle bei Selingstadt vor Vermüllung durch Heckenpflanzung

Freilegung von Quellaustritten, Beteiligung an Biotopkartierungen.

Berichterstattung in der Heimatpresse, im Bürgerblatt und im Hilpoltsteiner Burgblatt.

Gespräche mit Politikern, Bürgermeistern, Ämter- und Verbandsvertretern.

Diverse Vorträge zum ökol. Bauen, Pflanzen- und Tierwelt, Garten, Gesundheit usw.

 

Bisher erhielten für Ihr Engagement folgende Vorstandsmitglieder den „Grünen Engel“: Gerlinde Grün-Harrer und Ruppert Zeiner, Karl-Heinz Neuner und Hans Beer sowie die Stadtmedaille in Bronze (erstere drei).

Wir können zufrieden sein mit dem Erreichten, ist doch nur ein kleiner Kreis der Mitglieder aktiv. Wünschenswert wäre freilich noch mehr Engagement - vor allem jüngerer Mitglieder. Ihrer Zukunft und der ihrer Kinder kommt unser Einsatz zugute!

 

Ruppert Zeiner und Gerlinde Grün-Harrer


Leichten Fußes um die Baumwipfel – Eine Exkursion in den Hainich

 Die gemeinsame Ortsgruppe Heideck von BN und LBV feierte 2008 ihr 20-jähriges Jubiläum. Im Laufe der Vorbereitungen dazu, reifte auch die Idee, einmal zu einer interessanten Exkursion außerhalb des Landkreises aufzubrechen. Dr. Karl-Heinz Neuner schlug den Nationalpark Hainich mit seinem Baumkronenlehrpfad vor, den er schon besichtigte. Und so freuten sich 13 Erwachsene und drei Kinder auf dieses Erlebnis, das Neuner perfekt organisierte.

Am 2. Oktober reisten die meisten von uns nach Mihla in das Hotel „Graues Schloss“, nördlich von Eisenach, an. Einige nutzten die Gelegenheit, vorher noch einen Abstecher auf die Wartburg zu machen. Dem Fledermausschützer fiel auf, dass sowohl dieses Kulturdenkmal, wie auch unser Hotel mit der Plakette „Fledermäuse willkommen“ ausgezeichnet wurden. In dem stilvoll renovierten Schloss lebt während des Sommers auf dem Dachboden eine Kolonie von 500 Großen Mausohren und einem Dutzend Breitflügelfledermäusen. Der Besitzer weist auch gerne auf die Möglichkeit hin, in seinem Biergarten den Ausflug der Fledermäuse zu verfolgen.

 Am Tag der Deutschen Einheit besichtigte vormittags unsere vollständige Gruppe den Baumkronenlehrpfad am Ostrand des Hainichs. Dieser 7500 ha große Nationalpark (von insgesamt 16000 ha) war nach der Wende nicht nur für die Menschen in Thüringen ein brisantes Thema. Wollte man doch quer durch diesen zusammenhängenden Laubwald eine Verbindungsstraße bauen. Heute ist es ein Stück unberührte Natur im Herzen von Deutschland. Auch der ehemalige Truppenübungsplatz mit seinen an die Lüneburger Heide erinnernden Schießbahnen wurde in das Schutzkonzept integriert. Ein Glanzlicht ist aber das Vorkommen der Wildkatze. Ihr Kennzeichen ist, dass man sie nicht sieht, wie Kenner ironisch bemerken.

Der „Wessi“ staunte bei der Fahrt durchs Land über die Vielzahl renovierter Häuser in den Dörfern. Im Vergleich zu unseren Siedlungen ist äußerlich eigentlich kein nennenswerter Unterschied mehr fest zu stellen.

Der Baumkronenlehrpfad ist sowohl über eine Treppe, wie auch für gehbehinderte über einen Aufzug zu erklimmen. Auf stählernen Stelzen, von 10 auf 24 Meter langsam ansteigend führt der Weg durch das Blätterdach des Laubwaldes. Dabei werden die dort lebenden Tier- und Baumarten auf interessante und moderne Weise erklärt. Das Erlebnis von schwankenden Baumwipfeln in Griffweite wird für den Besucher noch durch gesicherte Ballanzier-Abschnitte (für die mutigeren) gesteigert. Der Aussichtsturm bietet schließlich in 44 m Höhe einen weiten Rundumblick.

Am Nachmittag wanderte die Gruppe bei sehr windigem, aber trockenem Wetter, entlang des „Wildkatzen“-Weges. Auch wenn diese Auswilderungsstation noch nicht fertig ist, gab es eine Reihe interessanter Erfahrungen. So fiel z. B. auf, dass die relativ vielen Zwetschgenbäume entlang des Weges nicht mehr geerntet werden. Entgegenkommende einheimische Wandergruppen warnten uns scherzhaft vor der abführenden Wirkung dieser Früchte. Die neugierigen unter uns probierten dann noch zusätzlich die unterschiedlichen Birnensorten, die neben dem Weg wuchsen. Erstaunlich war, dass jede anders schmeckte und wir nur die wenigsten kannten.

Auf das Ritteressen am Abend freuten sich dann alle. Nicht ganz korrekt verkleidet, aber mit viel Spaß galt es, die Tafel leer zu räumen.

Die Besichtigung der Altstadt von Mühlhausen bildete am Erntedanksonntag den Abschluss des gemeinsamen Ausflugs nach Thüringen. Wiederum staunte der „Wessi“ nicht schlecht über die gelungene Renovierung von Kirchen, Häusern, Straßen und Plätzen. Es wäre wünschenswert, wenn noch mehr Menschen den sanften Tourismus für sich und Deutschland entdecken würden.