Gemeinsame Ortsgruppe von BN und LBV

Gerlinde Grün-Harrer,1. Vors BN , Birkenstr.1,91180 Heideck
09177-1336, g-gruen-harrer(at)online.de
Ruppert Zeiner, 1. Vors. LBV, An der Gredl 22, 91180 Heideck
09177-1451

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Leichten Fußes um die Baumwipfel – Eine Exkursion in den Hainich

 Die gemeinsame Ortsgruppe Heideck von BN und LBV feierte 2008 ihr 20-jähriges Jubiläum. Im Laufe der Vorbereitungen dazu, reifte auch die Idee, einmal zu einer interessanten Exkursion außerhalb des Landkreises aufzubrechen. Dr. Karl-Heinz Neuner schlug den Nationalpark Hainich mit seinem Baumkronenlehrpfad vor, den er schon besichtigte. Und so freuten sich 13 Erwachsene und drei Kinder auf dieses Erlebnis, das Neuner perfekt organisierte.

Am 2. Oktober reisten die meisten von uns nach Mihla in das Hotel „Graues Schloss“, nördlich von Eisenach, an. Einige nutzten die Gelegenheit, vorher noch einen Abstecher auf die Wartburg zu machen. Dem Fledermausschützer fiel auf, dass sowohl dieses Kulturdenkmal, wie auch unser Hotel mit der Plakette „Fledermäuse willkommen“ ausgezeichnet wurden. In dem stilvoll renovierten Schloss lebt während des Sommers auf dem Dachboden eine Kolonie von 500 Großen Mausohren und einem Dutzend Breitflügelfledermäusen. Der Besitzer weist auch gerne auf die Möglichkeit hin, in seinem Biergarten den Ausflug der Fledermäuse zu verfolgen.

 Am Tag der Deutschen Einheit besichtigte vormittags unsere vollständige Gruppe den Baumkronenlehrpfad am Ostrand des Hainichs. Dieser 7500 ha große Nationalpark (von insgesamt 16000 ha) war nach der Wende nicht nur für die Menschen in Thüringen ein brisantes Thema. Wollte man doch quer durch diesen zusammenhängenden Laubwald eine Verbindungsstraße bauen. Heute ist es ein Stück unberührte Natur im Herzen von Deutschland. Auch der ehemalige Truppenübungsplatz mit seinen an die Lüneburger Heide erinnernden Schießbahnen wurde in das Schutzkonzept integriert. Ein Glanzlicht ist aber das Vorkommen der Wildkatze. Ihr Kennzeichen ist, dass man sie nicht sieht, wie Kenner ironisch bemerken.

Der „Wessi“ staunte bei der Fahrt durchs Land über die Vielzahl renovierter Häuser in den Dörfern. Im Vergleich zu unseren Siedlungen ist äußerlich eigentlich kein nennenswerter Unterschied mehr fest zu stellen.

Der Baumkronenlehrpfad ist sowohl über eine Treppe, wie auch für gehbehinderte über einen Aufzug zu erklimmen. Auf stählernen Stelzen, von 10 auf 24 Meter langsam ansteigend führt der Weg durch das Blätterdach des Laubwaldes. Dabei werden die dort lebenden Tier- und Baumarten auf interessante und moderne Weise erklärt. Das Erlebnis von schwankenden Baumwipfeln in Griffweite wird für den Besucher noch durch gesicherte Ballanzier-Abschnitte (für die mutigeren) gesteigert. Der Aussichtsturm bietet schließlich in 44 m Höhe einen weiten Rundumblick.

Am Nachmittag wanderte die Gruppe bei sehr windigem, aber trockenem Wetter, entlang des „Wildkatzen“-Weges. Auch wenn diese Auswilderungsstation noch nicht fertig ist, gab es eine Reihe interessanter Erfahrungen. So fiel z. B. auf, dass die relativ vielen Zwetschgenbäume entlang des Weges nicht mehr geerntet werden. Entgegenkommende einheimische Wandergruppen warnten uns scherzhaft vor der abführenden Wirkung dieser Früchte. Die neugierigen unter uns probierten dann noch zusätzlich die unterschiedlichen Birnensorten, die neben dem Weg wuchsen. Erstaunlich war, dass jede anders schmeckte und wir nur die wenigsten kannten.

Auf das Ritteressen am Abend freuten sich dann alle. Nicht ganz korrekt verkleidet, aber mit viel Spaß galt es, die Tafel leer zu räumen.

Die Besichtigung der Altstadt von Mühlhausen bildete am Erntedanksonntag den Abschluss des gemeinsamen Ausflugs nach Thüringen. Wiederum staunte der „Wessi“ nicht schlecht über die gelungene Renovierung von Kirchen, Häusern, Straßen und Plätzen. Es wäre wünschenswert, wenn noch mehr Menschen den sanften Tourismus für sich und Deutschland entdecken würden.