BUND-Kreisgruppe Roth besuchte den Bioland-Betrieb Hofbeck

Weiderinder in Meckenhausen

 

Ganz vorsichtig stakst das vor einer Woche geborene Angus-Kälbchen auf die Weide hinaus. Die Mutterkuh folgt ihm besorgt nach und stellt sich neben ihn, damit es am Euter bequem trinken kann. Wir, einige Mitglieder der Bund-Naturschutz-Kreisgruppe Roth, stehen am Zaun der Weidefläche der Familie Hofbeck aus Meckenhausen.

06.11.2019

BUND Naturschutz-Kreisgruppe besichtigt Bioland-Betrieb Hofbeck

Ganz vorsichtig stakst das vor einer Woche geborene Angus-Kälbchen auf die Weide hinaus. Die Mutterkuh folgt ihm besorgt nach und stellt sich neben ihn, damit es am Euter bequem trinken kann. , Einige Mitglieder der Bund-Naturschutz-Kreisgruppe Roth stehen am Zaun der Weidefläche der Familie Hofbeck aus Meckenhausen.

Der Bioland-Hof, der 2015 auf Ökolandbau umgestellt wurde, betreibt auf 120 ha Boden vor allem Ackerbau, also Brot- und Futtergetreide, und hat daneben noch eine Mutterkuhherde, die wir gerade bestaunen. Gut 15 Mutterkühe und dazu Kälber und Jungvieh, insgesamt um die 45 Tiere, fressen behäbig am Kleegras, das ihnen Landwirt Bernhard Hofbeck anlieferte. "Die Weide ist im Moment abgegrast und weil es so trocken ist, wächst nichts nach", so Bernhard Hofbeck, "deshalb bringe ich frisches Kleegras".

Vor der Umstellung des Betriebs arbeitete Bernhard Hofbeck einige Jahre auf dem Kloster Plankstetten als Landwirtschaftskraft lernte und dort den Ökolandbau kennen. Er und seine Frau Bettina wollten die konventionelle Intensiv-Landwirtschaft nicht mehr mitmachen und entschlossen sich 2015, umzustellen. "Wir wollten weg von dem Antibiotikaeinsatz, von den Spritzmitteln, dem Preisdumping", erklärte Bettina Hofbeck.  "Ökolandbau hat auch im Ackerbau viele Vorteil", so Bernhard Hofbeck. Es gebe eine siebenfache Fruchtfolge, das heißt, nur alle 7 Jahre wächst die gleiche Frucht wieder auf demselben Acker. Da verschwinden auch Problemunkräuter, wie etwa der Ackerfuchsschwanz, der rund um Meckenhausen im konventionellen Ackerbau ein großes Problem darstellt.

Aber auch im Ökolandbau gehe es auch nicht immer nur bergauf. "Im Moment wächst der Markt für Biogetreide nicht", so Bauer Hofbeck, und die Preisbildung sei auch undurchsichtig. Es fehle im Ökolandbau gerade an der Nachfrage nach Brotgetreide und wenn das Fleisch der Rinder über den Schlachthof vermarktet wird, gibt es pro Kilo gerade mal 60 Cent mehr als bei konventioneller Haltung. Bei der Selbstvermarktung ab Hof sind die Erlöse viel besser. Denn auch wenn die Kälbchen schön anzuschauen sind, es sind trotzdem Nutztiere. Das Jungvieh wird nach zwei Jahren auf der Weide geschlachtet und das Fleisch in Paketen zu zehn Kilogramm vermarktet. Da ist dann von allem etwas drin.

Wer auch Biofleisch vom Weiderind essen möchte, kann anrufen und den nächsten Schlachttermin erfahren: 09179-9460930 oder bettinahofbeck@web.de. Mehr Infos zu Bio-Direktvermarktung bei der BUND-Naturschutz-Kreisgruppe Roth 09171-63886 oder bund.naturschutz.roth@t-online.de.