Sandlebensraum Pyras

Der Bund Naturschutz in Bayern e.V. konnte 2006 im bayernweit größten Naturschutzprojekt „SandAchse Franken“ einen großen Flächenankauf tätigen. Das Ziel des Projektes SandAchse Franken ist es, stark gefährdeten Tieren und Pflanzen der Sandlebensräume, wie Ödlandschrecke, Ameisenlöwe und Silbergras, das Überleben zu sichern.  Im Landkreis Roth konnten im Sandabbaugebiet zwischen Unterrödel und Pyras  über 15 Hektar Fläche erworben werden, die in Zukunft nur dem Natur und Artenschutz dienen werden.

Bei der Fläche handelt es sich um eine ehemalige Sandgrube, auf der seit über 20 Jahren Sand abgebaut wurde. Mit dem Ankauf der Fläche können verschiedenste Lebensräume für die Zukunft gesichert werden. Die Fläche selbst ist deutlich zweigeteilt: Die nördliche Hälfte, auf der  die Betriebseinrichtungen standen, soll zu einem großflächigem Sandstandort entwickelt werden. Auf der Fläche von mehr als fünf Hektar können verschiedene Stadien von Sandpionier- und Sandmagerrasen nebeneinander existieren. Mit geringen Pflegeeingriffen sollen diese Stadien dann als Dauerzustand bestehen bleiben. Diese Flächen bieten dann Rote-Listen-Arten wie der Blauflügeligen Ödlandschrecke, Silbergras, Filzkraut und Frühlingsspörgel den nötigen Lebensraum. Auch dem in der Nähe noch vorkommenden kleinen Lämmersalat kann dadurch geholfen werden. Der Kreuzkrötenbestand und die stark gefährdete Knoblauchkröte werden ebenfalls profitieren. Am Rand dieser warmen Sandfläche brüten jetzt noch Turteltaube und Gartenrotschwanz, die ebenfalls auf der Roten Liste stehen. Mit geeigneten Maßnahmen soll auch für diese Arten eine Lebensraumverbesserung erreicht werden.

Die andere Hälfte der Fläche besteht aus einem Baggersee, der bereits gut eingewachsen ist. Die Ufer sind zum Teil als Flachwasserzonen entwickelt und mit Schilf- und Rohkolbenröhricht bestanden – ein ideales Brut- und Nahrungsrevier für viele wassergebundene Vögel und Tiere. Auf der freien Wasserfläche tummeln sich Haubentaucher und Zwergtaucher und mehrere Entenarten. Auch als Rastplatz für viele Zugvögel ist die Wasserfläche wichtig. An anderen Uferbereichen wachsen dichte Gehölzbestände.

Im Arten- und Biotopschutzprogramm der Bayerischen Regierung ist das Sandabbaugebiet zwischen Pyras und Unterrödel als landesweit bedeutsam eingestuft. Mit der nachhaltigen Sicherung dieser Fläche trägt der Bund Naturschutz wesentlich zur Erreichung der dort genannten Ziele bei. Diese Ziele sind unter anderem Erhalt und Optimierung von Abbaustellen als Sekundärlebensräume und die Gestaltung dieser Abbaustellen als komplexe Lebensräume für Pionierarten und Arten von Sukzessionsstandorten.