Moore schützen – torffrei gärtnern!

Bund Naturschutz bietet Einkaufsführer für torffreie Blumenerden an

 

Es ist wieder so weit, die Gartensaison beginnt: Blumenkübel auf der Terrasse, Blumentöpfe für die Fensterbank und unsere Gärten werden frisch bepflanzt und farbenfroh gestaltet. In Gartencentern und Baumärkten stapeln sich die Säcke mit Blumenerde.

Viele Hobbygärtner greifen dabei wie gewohnt auf scheinbar bewährte Blumenerde zurück. Doch die wenigsten wissen, was sich hinter der harmlosen Bezeichnung „Erde“ verbirgt. Die meisten Blumenerden bestehen überwiegend aus Torf – dem Stoff, aus dem die Moore sind.

Jedes Jahr verbrauchen wir Deutschen rund zweieinhalb Millionen Kubikmeter Torf aus Mooren als Pflanzerde in privaten Haushalten!

Es gibt Alternativen!

Doch jeder und jede von uns kann durch die Verwendung von torffreier Erde zur Erhaltung von Mooren beitragen und damit Lebensräume und Klima zugleich schützen. Zum Glück gibt es mittlerweile viele torffreie Produkte von Firmen, die den Umwelt- und Moorschutz ernst nehmen. Regional kann man bei uns die torffreie Rother Landblumenerde der Fa. Hofmann kaufen. Sie ist an der Kompostieranlage Pyras und den Wertstoffhöfen im Landkreis erhältlich. Für andere Erden erleichtert Ihnen der neue Einkaufsführer die Kaufentscheidung. Bitte beachten Sie: Viele Hersteller führen außer den genannten torffreien Erden auch torfhaltige Erden im Angebot. Nur die hier gelisteten Produkte der Hersteller enthalten keinen Torf. Die Firmen Neudorff, Palaterra oder Proflora führen ausschließlich torffreie Erden. Auf manchen torfhaltigen Produkten wird der Torfgehalt im Kleingedruckten auf der Rückseite ausgewiesen, bei vielen ist dies jedoch nicht der Fall. Diese Produkte enthalten in der Regel Hochmoortorf. Gleiches gilt für „torfreduzierte“ oder „torfarme“ Erden, diese können bis zu 80 Prozent aus Torf bestehen.

Wenn nicht Torf - was dann?

Torffreie Gartenerden werden auf Basis von Kompost, Rindenhumus und Holzfasern (zum Beispiel aus Nadelhölzern oder Kokos) hergestellt. Außerdem beinhalteten sie, je nach Hersteller, Nebenprodukte wie Tonminerale und Lavagranulate. Torffreie Erde eignet sich sowohl für Topfpflanzen im Zimmer, Kübelpflanzen auf der Terrasse, Balkonbepflanzung im Balkonkasten, Beete im Garten als auch bei neuen Anpflanzungen oder beim Umtopfen. Von torffreie Erden auf Kokosbasis rät der BUND ab, da durch den langen Transportweg unnötige Emissionen freigesetzt werden. Mittlerweile gibt es in Deutschland überall torffreie Erden ohne Kokos zu kaufen.

Moore in Not

Moore sind heute in Deutschland stark bedrohte  Lebensräumen. Seit dem 17. Jahrhundert werden Moore entwässert, um sie land- und forstwirtschaftlich zu nutzen und um sie als Rohstofflager auszubeuten. Diese Moorzerstörung dauert bis heute an. Nur drei Prozent aller Moore Deutschlands sind davon kaum oder gar nicht betroffen. Überdüngte Böden und die durch den Klimawandel bedingte Zunahme an Trockenheit verschlimmern die Situation noch. Beim Torfabbau im Moor werden hoch spezialisierte Tier- und Pflanzenwelten unwiederbringlich zerstört. Seltene Pflanzen, wie der Sonnentau, das Wollgras und verschiedene Orchideen verlieren ihren Lebensraum. Nahezu zwei Drittel der Blütenpflanzen, die das Moor beheimatet, sind bereits vom Aussterben bedroht oder gefährdet. Vom Aussterben bedrohte Tierarten wie Sumpfohreule und Birkhuhn, Große Moosjungfer und Hochmoor-Mosaikjungfer, Hochmoorgelbling oder Torfwiesen-Scheckenfalter büßen ihre letzten Rückzugsgebiete ein.

Einkaufsführer Torffrei gärtnern

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