1. Vorsitzende: Elke Küster-Emmer, Zeidlerweg 15,

90596 Schwanstetten, Tel. 09170-1790, info@sprachen-kuester-emmer.de

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JUBILÄUM DER ORTSGRUPPE – 25 JAHRE UND KINDERGRUPPE „SAUSEWIND“ – 20 JAHRE

 

Ein Jubiläum im Doppelpack feierte die Ortsgruppe Schwanstetten des Bund Naturschutz im Rahmen ihrer Jahreshauptversammlung in der Gaststätte “Bürger-Stub´n”. Zur Feier der beiden Jubiläen gab es zahlreiche Glückwünsche und Geschenke. Robert Pfann, der 1. Bürgermeister von Schwanstetten lobte die Ortsgruppe, die sich immer mit besonderen Aktionen im Naturschutz, wie z.B. der jährlichen Pflege der außergewöhnlich wertvollen Feuchtwiese bei Furth, ins Gemeindeleben einbringt. Sein Lob galt insbesondere der Vorsitzenden Elke Küster-Emmer. Deren Idee war es, die Feuerstelle am Schwanstettener Thomasmarkt einzurichten, damit die anwesenden Kinder dort Stockbrot braten können. Ralf Straußberger, Waldreferent beim BN-Landesverband Bayern, erklärte unter anderem, dass der Bund Naturschutz im Freistaat mitgliederstärker als die CSU ist. (Auch in Schwanstetten geht der Trend nach oben: die OG hat 278 Mitglieder.) Er nannte als Schwerpunkte, die sich der Landesverband derzeit widmet, unter anderem eine umweltfreundliche Energiepolitik, die Gentechnik und den Nationalpark Steigerwald. Robert Pfann und Ralf Straußberger hatten je eine Flasche Bio-Wein zum Jubiläum mitgebracht. Bürgermeister Pfann übergab der Ortsgruppe auch eine Spende der Gemeinde. Weitere Spenden kamen von der Sparkasse und der Raiffeisenbank.

Wolfgang Scharpff, Schwanstettener Marktgemeinderat von Bündnis 90 / Die Grünen brachte als Geschenk ein solarbetriebenes Modell einer Windkraftanlage mit. Jedes einzelne Bauteil stand wie eine Metapher für einen Aspekt der Ortsgruppe, wie zum Beispiel der Sockel für die Mitglieder. Scharpff wünschte der Ortsgruppe, dass sie nicht mit zu viel Gegenwind kämpfen müsse, stellte aber auch fest, dass die Zusammenarbeit zwischen der BN-Ortsgruppe und der Marktgemeinde immer besser werde.

Ruppert Zeiner, Vorsitzender der Kreisgruppe Roth des Landesbundes für Vogelschutz LBV schenkte der Ortsgruppe einen Nistkasten für Vögel. Dieser enthielt aber auch “hochgeistiges”, inklusive zwei Schnapsgläser. Er erinnerte daran, welche Themen im Gründungsjahr im Bereich der Umwelt aktuell waren, so zum Beispiel das Waldsterben und das ungehemmte Abholzen des Regenwaldes. Engagierte, wie etwa im Bund Naturschutz könnten später einmal sagen, sie waren draußen und haben etwas gegen die Umweltzerstörung unternommen, betonte er. Den Glückwünschen schloss sich Michael Stöhr, der Vorsitzende der BN-Kreisgruppe an. Er dankte insbesondere jenen, die die Kinder- und die Jugendgruppe in Schwanstetten mit aufgebaut hatten. Er brachte als Geschenk unter anderem selbst gebrannten Schnaps aus Äpfeln von Streuobstwiesen mit. Landrat Herbert Eckstein zollte im Rahmen seines Grußworts großen Respekt für die Tätigkeit der Ortsgruppe und der Kindergruppe “Sausewind”.  Sein Geschenk an die Ortsgruppe war ein Apfelbaum, den man gemeinsam im Frühjahr pflanzen könne.

Die Gründungsmitglieder Hella Heep und Monika Zarnkow wussten zu berichten, wie es zur Gründung der BN-Ortsgruppe Schwanstetten kam. Die damalige Bundesbahn plante zwischen Wendelstein und Furth einen Rangierbahnhof. Das hätte das Fällen von tausenden Bäumen bedeutet. Alle politischen Gruppierungen in Schwanstetten arbeiteten zusammen. Es wurde ein Dachkomitee gegen den Rangierbahnhof gegründet. Ilsemarie Liebing, damals Vorsitzende der FDP in Schwanstetten hatte die Idee zur Gründung der Ortsgruppe. Sie wurde später auch die erste BN-Vorsitzende in der Marktgemeinde. Seit dieser Zeit besitzt der BN auch ein Waldstück, das er damals als Sperrgrundstück kaufte.

Vor 22 Jahren übernahm Elke Küster-Emmer den Vorsitz und hat diesen bis heute inne. Zu den großen Aktionen in diesen Jahren zählten unter anderem die vom Bund Naturschutz organisierte gemeindliche Wertstoffsammlung im Klärwerk Schwand, Gemeinschaftsaktionen mit vielen Familien, wie Einkaufen auf dem Biohof, Äpfel pflücken und mosten, Streuobstwiesen pflanzen… Die Unterstützung des Volksbegehrens für das bessere Müllkonzept - Schwanstetten hatte damals die höchste Quote an Unterstützungsunterschriften in ganz Bayern. Zusammen mit den Grünen führte die Ortsgruppe ein Bürgerbegehren gegen die Errichtung eines Funkturms im Wohngebiet durch. Er konnte dort verhindert werden. Beim Volksbegehren gegen die „Forstreform“ erreichte Schwanstetten dank der enormen Aufklärungsarbeit der BN-Ortsgruppe 19,4 %. Ebenso wurden für das Volksbegehren „Transrapid“ fleißig Unterschriften gesammelt. Die BN-Ortsgruppe war auch 2006 maßgeblich am Bürgerbegehren gegen die Errichtung eines Discounters in Leerstetten beteiligt, der auch zum Bürgerentscheid führte, in dem der Plan klar abgelehnt wurde. Die Ortsgruppe setzte sich erfolgreich für die Rettung von alten Bäumen ein. Sie setzte sich auch erfolgreich gegen die Nutzung von Grundwasser eines Schwander Betriebs ein, der daraufhin einen geschlossenen Kühlkreislauf einrichten musste. Ebenso kämpfte man für die Entsorgung von dioxinverseuchtem Material auf einem Feldweg. Die Ortsgruppenvorsitzende berichtete von zahlreichen weiteren Aktivitäten, die jedes Jahr durchgeführt werden, wie alljährliche Vogelstimmenwanderungen, Wanderungen zu den Märzenbechern im Forstgebiet Soos (seit 20 J), Pflege der Feuchtwiesen bei Furth (seit 1991) (Diese Feuchtwiesen sind in vielen Beziehungen einzigartig im ganzen Landkreis Roth!),  Teilnahme am Walpurgismarkt und Thomasmarkt – mit vielen Kindern, die Stockbrot über offenem Feuer braten. Die seit 17 Jahren alljährliche Wanderung mit Christbaumschlagen und Glühwein/Kinderpunsch-Party im Wald organisiert die Ortsgruppe in Zusammenarbeit mit Förster Arno Schellartz von den Bay. Staatsforsten. Die Ortsgruppe pflanzte in den letzten 22 Jahren insgesamt ca. 1000 Bäume und weit über 1000 Sträucher in und um Schwanstetten, davon auf vier Streuobstwiesen. Seit 18 Jahren bereichert die Ortsgruppe auch das örtliche Ferienprogramm mit Naturerlebnissen der besonderen Art: Waldzeit – Ein Bett am Hembach – Wie die Indianer leben, mit Lagerfeuer, Nachtwanderung, Naturspielen, Stege über Bäche bauen und Übernachtung im Zelt.

Mit Bio-Prosecco stießen die zahlreichen Gäste nach dem geschichtlichen Rückblick mit Powerpoint-Präsentation von Elke Küster-Emmer auf das 25-jährige Bestehen der Ortsgruppe an.

Das zweite Jubiläum, welches an diesem Abend gefeiert wurde, betraf die Kindergruppe “Sausewind” – 20 Jahre. Sie wurde damals mit 45 Kindern und 12 Betreuerinnen gegründet. Bei den vierzehntägigen Treffen wurden Fußtastpfade, Insektennistwände, Insektenhotels, Weidenhütten, Rindenschiffchen und Trockenmauern gebaut. Die Kinder beschäftigten sich mit gesunder Ernährung, bereiteten Kürbissuppe, Holunderblütensaft, Apfelgelee, Apfeltee, Apfelmus uvm. Sie bemalten Steine und zauberten Muffins, um sie den alten Menschen im Seniorenheim zu schenken. Sie bauten Nistkästen für Fledermäuse und Vögel. Sie beobachteten Tiere und Pflanzen im Wasser, Wald und auf den Wiesen. Sie sammelten Müll entlang der RH1 und bauten vor Ort Kunstwerke daraus – als Erinnerung und Mahnung für die Autofahrer, den Müll doch nicht in die Natur zu werfen. Natürlich gehörte auch Spielen und Basteln, Meditieren und Erzählen zu den „Sausewinds“ dazu. Für eine besondere Aktion erhielten sie einen Umweltpreis von der JBN in München: Die Kinder waren erbost über die vielen Hundehaufen auf der großen Fläche zwischen Rathaus und Schule. Ihrer Meinung nach war das kein Hundeklo, sondern ein Platz zum spielen! Also bastelten sie Fähnchen und bestückten jeden Hundehaufen auf der großen Rasenfläche damit.

 

  Elke Küster-Emmer präsentierte auch Bilder von den Aktivitäten der Jugendgruppe “Die Adler”, die eine Station für winzige Igel, die den bevorstehenden Winter nicht überstanden hätten, eingerichtet hatte. Auch die Aktivitäten dieser Gruppe waren sehr vielseitig. Zu diesen zählten unter anderem die alljährlichen Fahrten mit Kindern und Jugendlichen ins Grimmertal, das Bauen von Sitzbänken mit Ortsgruppe und Kindergruppe, die im Gemeindegebiet aufgestellt wurden, Beteiligung an Faschingszügen – mit kritischen Themen natürlich – Bäume pflanzen und pflegen und Aktionen zu Tierschutz und Regenwald. Auch „Die Adler“ erhielten einen Umweltpreis – von Bürgermeister Spahl der Nachbargemeinde Rednitzhembach – für ihre kreativen Ideen.

Bei musikalischer Begleitung konnten sich die Gäste an Informationswänden über weitere Aktivitäten der BN-Ortsgruppe, der Jugendgruppe „Die Adler“ und der Kindergruppe “Sausewind” umfassend informieren und sich über vergangene kritische und auch lustige Zeiten unterhalten.