Zur Startseite

Ortsgruppen

  • Home  › 
  • Aktuelle Meldungen

Großes Interesse an Waldumbau bei Waldbesitzer*Innen und Jäger*Innen

Mit dem Rohrer Waldumbautag wirbt der BUND Naturschutz in Bayern (BN) bei Waldbesitzer*Innen und Jäger*Innen für mehr Waldumbau. Der große Zuspruch bei den Fachvorträgen und den Exkursionen zeigt, dass der Informationsbedarf hoch ist – auch weil der Handlungsdruck infolge der Waldschäden steigt. Die Zukunftswälder im nördlichen Landkreis Roth gelten als die größten Waldumbauprojekte im Privatwald in ganz Bayern.

31.10.2026

Wie kann unser Wald angesichts des Klimawandels fit für die Zukunft gemacht werden? Diese Frage stand im Mittelpunkt des Rohrer Waldumbautages, zu dem sich rund 100 Waldbesitzer*Innen, Jäger*Innen und Förster*Innen aus der Region und darüber hinaus trafen. Mit Fachvorträgen und einer anschließenden Exkursion bot die Veranstaltung des BUND Naturschutz (BN) eine Gelegenheit, sich über aktuelle Herausforderungen, waldbauliche Möglichkeiten und erfolgreiche Beispiele des Waldumbaus auszutauschen.

Dass das Thema viele Menschen bewegt, zeigte sich am großen Interesse der Teilnehmer*Innen. Denn die Folgen der Klimakrise sind längst auch in unseren Wäldern sichtbar: In Mittelfranken leiden insbesondere die Kiefern unter zunehmenden Schäden, während andernorts vor allem Fichtenbestände betroffen sind. Der Umbau hin zu artenreichen und stabilen Mischwäldern wird damit immer dringlicher.

Ein besonderer Schwerpunkt lag auf den sogenannten Zukunftswäldern rund um Rohr. Hier sind in den vergangenen Jahren durch die Zusammenarbeit von Waldbesitzern*Innen, Jäger*Innen und Forstleuten große Waldumbauprojekte entstanden. Auf Flächen von 20 bis über 100 Hektar werden ehemalige Kiefernwälder durch Pflanzungen und natürliche Verjüngung schrittweise in Laubmischwälder überführt. Die Projekte zählen zu den größten Waldumbauvorhaben im bayerischen Privatwald.

Eine wichtige Voraussetzung für den Erfolg ist dabei das gute Zusammenspiel von Waldumbau und Jagd. Durch eine gezielte Schwerpunktbejagung wurde der Rehwildbestand in den Projektgebieten so angepasst, dass auch verbiss gefährdete Baumarten aufwachsen können. Auf großflächige Zäune konnte dadurch verzichtet werden. Das schont nicht nur den Wald, sondern erhält auch die Lebensräume des Wildes und ermöglicht eine weiterhin naturnahe Bewirtschaftung.

„Der Schlüssel zum Erfolg ist das gute Miteinander von Waldbesitzer*Innen, Jäger*Innen und Forstleuten sowie der Mut, in der Klimakrise neue Wege zu gehen“, betonte Ralf Straußberger, Wald- und Jagdreferent des BUND Naturschutz. Erfolgreiche Waldumbauprojekte zeigten, dass sich Holznutzung, vielfältige Wildlebensräume sowie Schutz- und Erholungsfunktionen durchaus miteinander vereinbaren lassen.

Auch das Vortragsprogramm bot den Teilnehmer*Innen vielfältige fachliche Einblicke. Peter Tretter vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Roth-Weißenburg informierte über die finanziellen Fördermöglichkeiten für den Waldumbau in Bayern. Prof. Erwin Hussendörfer von der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf erläuterte die Eignung verschiedener Baumarten unter den Bedingungen des Klimawandels. Dabei hob er insbesondere die Anpassungsfähigkeit heimischer Baumarten und die Bedeutung ihrer genetischen Vielfalt hervor. Max Hetzer von der Arbeitsgemeinschaft Naturgemäße Waldwirtschaft Bayern gab praktische Empfehlungen zur Entwicklung klimaresilienter Dauerwälder. Dazu gehören unter anderem regelmäßige, maßvolle Durchforstungen, ein höherer Totholzanteil und eine möglichst bodenschonende Holzernte.

Wie sich viele dieser Ansätze in der Praxis umsetzen lassen, konnten die Teilnehmer*Innen anschließend bei der Exkursion in das Zukunftswaldprojekt „Prünster Weg“ erleben. Dort wurden die Waldumbaumaßnahmen direkt im Bestand erläutert und die Entwicklung der jungen Laubmischwälder vorgestellt. Ein weiterer Programmpunkt war die Demonstration einer naturschonenden Holzernte mit Motorsäge und Rückepferden. Diese Form der Holzbringung ermöglicht es, mit weniger Rückegassen auszukommen und die Befahrung und damit die Belastung des Waldbodens zu reduzieren.

Der Waldumbautag hat eindrucksvoll gezeigt, wie wichtig der Austausch und die Zusammenarbeit aller Beteiligten sind. Die Zukunftswälder rund um Rohr können dabei als Beispiel dienen, wie auch im kleinteilig strukturierten Privatwald großflächige und gemeinschaftlich getragene Lösungen gelingen können.

Der BUND Naturschutz bedankt sich bei allen Referent*Innen, den beteiligten Waldbesitzer*Innen, Jäger*Innen und Förster*Innen sowie bei den rund 100 Teilnehmer*Innen für das große Interesse und den gelungenen fachlichen Austausch.