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VERKEHRSBERUHIGUNG DER ORTSDURCHFAHRT UNTERRÖDEL

In einem Pilotprojekt mit dem BUND Naturschutz werden vom bayerischen Verkehrsministerium drei Ortsdurchfahrten verkehrsberuhigt umgebaut. Dafür wird auf Ortsumfahrungen mit erheblichen Eingriffen in Natur und Landschaft verzichtet. Ein Pro-jekt ist die Ortsdurchfahrt Unterrödel, einem Ortsteil der Stadt Hilpoltstein.

DAS MODELLPROJEKT
Im Jahr 2014 vereinbarte der BUND Naturschutz (BN) mit dem bayerischen Verkehrsministerium ein Modellprojekt „Umgehungsstraßenbau statt Ortsumfahrungen”. Ziel ist es den Erhalt von Natur und Landschaft im Außenbereich mit der Entlastung der BürgerInnen in den Ortsdurchfahrten zu verbinden.

Durch innerörtliche Verkehrsberuhigungsmaßnahmen soll auf Ortsumfahrungen verzichtet werden.
Die Projektvorauswahl erfolgte bis 2016. Zunächst wurden Bad Endorf (Landkreis Rosenheim) und Unterrödel (Landkreis Roth) ausgewählt. Später kam noch Bad Kohlgrub (Landkreis Garmisch-Partenkirchen) dazu.


PLANUNGEN IN UNTERRÖDEL
Im 7. Ausbauplan für Staatsstraßen in Bayern von 2011 ist eine Ortsumfahrung Unterrödel (Landkreis Roth) an der St 2225 enthalten. Das Nutzen-Kosten-Verhältnis (NKV) lag bei 1,8; Dringlichkeitsstufe war 2. Für die 1,4 km lange Umfahrung wurden vom zuständigen Staatlichen Bauamt Nürnberg im Jahr 2011 1,8 Mio. € Kosten veranschlagt. Erfahrungsgemäß war diese Kostenschätzung deutlich zu gering. Der Ausbau in Unterrödel erfolgte in zwei Bauabschnitten von Februar 2021 bis Dezember 2022 (siehe: www.info-hip.de).


BÜRGERBETEILIGUNG
Im Rahmen eines intensiven Bürgerbeteiligungsprozesses mit mehreren Versammlungen und einer Bürgerbefragung wurde den Einwohner*innen von Unterrödel die Möglichkeit eines verkehrsberuhigten Umbaus der Ortsdurchfahrt statt einer Ortsumfahrung vorgestellt. Das Konzept einer innerörtlichen Verkehrsbe-ruhigung stieß dabei auf große Zustimmung. Die Planenden versuchten immer den BürgerInnenwünschen im Rahmen der gesetzlichen Vorschriften gerecht zu werden.


INNERÖRTLICHE VERKEHRS-BERUHIGUNG
Ziel der Verkehrsberuhigungsmaßnahmen war die Reduzierung der real gefahrenen Durchfahrtsgeschwindigkeit, mehr Sicherheit für den Fußverkehr und eine Reduzierung der Lärmbelastung. Damit sollte die Aufenthaltsqualität im Ort gesteigert werden.
Als konkrete Maßnahmen wurden durchgeführt:
• Massive Fahrbahnverschwenke an allen Ortseinfahrten in beiden Richtungen, so dass die Einfahrtgeschwindigkeit auf max. 50 km/h reduziert wird.
• Stationärer Blitzer in der Ortsdurchfahrt
• Verbreiterte Gehwege mit Bordsteinabsenkung und Barrierefreiheit
• Querungshilfen, davon eine mit Ampel am Schulweg zur Bushaltestelle
• Sicherer ÖPNV-Halt
• Beleuchtung
• Lärmmindernder Fahrbahnbelag
Heute lässt sich feststellen, dass die real gefahrene Geschwindigkeit in der Ortsdurchfahrt durch die Maßnahmen tatsächlich massiv abgesenkt werden konnte. Dies erhöht die Sicherheit und reduziert die Lärmbelastung.
Ein zwischenzeitlich in Diskussion stehen-der Kreisel an der Einmündung der beiden Staatsstraßen (St 2225 und St 2226) wurde von den Bürgern nicht gewünscht. Er hätte in der Ortsdurchfahrt ggf. nochmal zu einer weiteren Absenkung der Geschwindigkeit geführt.

GERETTETE LANDSCHAFT
Die OU Unterrödel hätte bei 1,4 km Länge mit Anschlüssen, Einschnitten, Aufschüt-tungen, Angleichung an bestehendes Ge-lände ca. 5 Hektar Fläche benötigt. Der Ausbau der Ortsdurchfahrt mit dem Ein-bau an den Ortsanfängen, Gehwegver-breiterung und neuer Bushaltestelle be-nötigte kaum neue Fläche. Zudem schirmt die Bebauung Auswirkungen der Straße in den Seitenbereich ab und die Temporeduzierung führt insgesamt zu
weniger Emissionen auf angrenzende und weiter entfernte Flächen.
Die Ortsumfahrung hätte die Rothaue mit ihren naturnahen Lebensräumen durch-schnitten. Diese ist als Landschaftsschutz-gebiet geschützt und dient als Biotopver-bundachse. U. a. wäre ein Teich, ein wich-tiges Amphibienbiotop, überbaut wor-den. Naturnahe Waldränder und ganze Waldbestände wären zerstört worden.

FAZIT:
Durch den verkehrsberuhigten Umbau der Ortsdurchfahrt Unterrödel konnten folgende Ziele erreicht werden:
• Verbesserung der Aufenthaltsqualität, der Sicherheit und der Lärmsituation in der Ortsdurchfahrt Unterrödel.
• Keine Flächenversiegelung durch die Ortsumfahrung. Erhalt der Rothaue als wichtige Biotopverbundachse.
• Kein neuer induzierter Verkehr durch eine Verkehrsbeschleunigung durch den Umgehungsstraßenbau und damit ein Beitrag zum Klimaschutz
• Keine höheren Investitionskosten, als für den Bau der Umfahrung. Langfris-tig entfallen Winterdienst und Unter-halt einer zusätzlichen Straße. Es ent-stehen geringere externen Kosten des Straßenverkehrs.

Hier BN Informiert Verkehrsberuhigung Unterrrödel herunterladen (PDF)