Jahreshauptversammlung2026
Rednitzhembach - Bei der Jahresversammlung des Bund Naturschutz (BN) im Kreis Roth ist Robert Gödel für 40 Jahre an der Spitze des BN-Ortsvereins Rednitzhembach mit dem Umweltpreis des Verbands ausgezeichnet worden. Zugleich ist Richard Radle aus Roth als Geschäftsführer verabschiedet worden. Seine Nachfolgerin ist die 30-jährige Umweltingenieurin Bianca Schmid-Paech aus Roth. Viel Lob für die Arbeit des BN im Landkreis Roth.


Ehrendistelfink für Robert Gödel - Eine Ehrung für 40 Jahre an vorderster Front des Natur- und Umweltschutzes im Landkreis Roth und ein Abschied, der schmerzt. Rednitzhembach war als Ort der diesjährigen Jahresversammlung des Bund Naturschutz (BN) im Landkreis Roth nicht zufällig gewählt worden. Schließlich kann die Ortsgruppe dort in diesem Jahr 40-jähriges Gründungsjubiläum und damit auch eine gewiss einzigartige Kontinuität feiern.
Der 74-jährige Robert Gödel ist vom Tag der Gründung an bis heute Vorsitzender der BN-Ortsgruppe. Dafür ist er mit dem „Ehrendistelfink“ ausgezeichnet worden. Mit dem Preis würdigt der BN Menschen, die sich im Landkreis Roth besonders um den Natur- und Umweltschutz verdient gemacht haben.
In die lachenden Augen der BN-Mitglieder schlich sich an diesem Abend aber auch eine deutliche Träne. Mit dem 66-jährigen Richard Radle hat die Umweltschutzorganisation ihren Geschäftsführer in den Ruhestand verabschiedet. Der Diplom-Biologe war 30 Jahre lang der hauptamtliche Kopf des Bund Naturschutz im Landkreis Roth. „Dein immenses Fachwissen war für unsere Arbeit von unermesslichem Wert“, wandte sich Grüner unmittelbar an Radle. „Du hast unsere Geschäftsstelle all die Jahre souverän gemanagt“, so die BN-Chefin. Mit Bianca Schmid-Paech hat Beate Grüner die Nachfolgerin Radles vorgestellt. Die 30‑Jährige aus Hilpoltstein ist Industriekauffrau, Wirtschaftsfachwirtin und Umweltingenieurin. In Wien hat sie Klimawandel studiert.
Für die Würdigung Robert Gödels trat sein Stellvertreter Dirk Escher ans Mikrophon. „Wir können Dir nur danken dafür, was Du für den Umweltschutz in Rednitzhembach geleistet hast“, so Escher in Richtung Gödel, der auch lange Jahre Gemeinderatsmitglied war. Von 1990 bis 2026 vertrat er im Gremium für die SPD die Interessen der Bürgerinnen und Bürger Rednitzhembachs. Martin Sauer, BN-Mitglied aus Schwabach, erinnerte an die Sondermüllanlage in Rednitzhembach, die für den Schwabacher BN der Grund war, auf eine eigene Ortsgruppe dort zu drängen.
Karin Holuba-Rau, langjährige BN-Vorsitzende und Stadtratsmitglied und Mutter Courage des Umweltschutzes in Schwabach, war es denn, die maßgeblich mithalf, den Rednitzhembacher BN aus der Taufe zu heben. Von den 13 Gründungsmitgliedern konnten neben Robert Gödel noch sechs weitere für ihre ununterbrochene Mitgliedschaft im BN geehrt werden: Reinhard Schraud, Sigrid Becher, Hildegard und Leonhard Fuchs, Wolfgang Böhm und Evelin Gödel gehörten am 6. März 1986 zu den Vätern und Müttern des BN Rednitzhembach.
Zu Gast beim Bund Naturschutz in Rednitzhembach waren auch zahlreiche Kommunalpolitiker und Vertreter staatlicher Behörden. Sie betonten in ihren Grußworten die weitgehende Übereinstimmung mit den Zielen des BN in Bayern. Rednitzhembachs Erster Bürgermeister Jürgen Spahl würdigte 40 Jahre BN in seiner Gemeinde. „Der Kampf gegen den Sondermüll hat uns im Ziel verbunden und den Ortsverband geprägt“, sagte Spahl. „Wir sind alle froh, dass die Verbrennungsanlage weg ist.“ Stellvertretender Landrat Michael Kreichauf hob „die vertrauensvolle und konstruktive Zusammenarbeit zwischen dem Kreisverband, den Ortsgruppen, dem Landkreis und der unteren Naturschutzbehörde am Landratsamt“ hervor. „Gemeinsam Lösungen zu entwickeln und sich im gegenseitigen Respekt für unsere Natur einzusetzen“ – diesen erfolgreichen Weg wolle man gemeinsam weitergehen, so der Thalmässinger Kreisrat.
Kreisbäuerin Monika Volkert betonte die gute Zusammenarbeit zwischen BN und verfasster Bauernschaft. „Die Themen liegen offen und mitunter packen wir auf einer Linie gemeinsam an: gesunde Lebensmittel, Flächenverbrauch, erneuerbare Energien, Klimaschutz und Artenvielfalt“, zählte die Vertreterin des Bauernverbands auf. Harald Schiller. Chef des Forstbetriebs Allersberg warf einen Blick auf den Waldumbau. „Hier haben wir als Partner das selbe Ziel: nämlich den Lebensraum Wald und seine Funktionen zu erhalten“, so Schiller. „Dafür machen wir den Wald vielfältiger und Laubholz reicher.“
Elisabeth Remlein vom Landwirtschaftsamt in Roth trat für eine bessere Kommunikation zwischen Landwirten und Naturschützern ein. „Wir müssen das gegenseitige Verständnis fördern, dann wird die Zusammenarbeit leichter“, war sie überzeugt. Ingrid Karg, Vorsitzende der Grünen im Landkreis Roth, lobte den Mut und die Beharrlichkeit des BN in Rednitzhembach. „Das Eintreten für den Naturschutz bedeutet nicht immer den einfachsten Weg“, betonte die Grünen-Politikerin.
Von Robert Schmitt
