Kreisgruppe ehrte besonderes Engagement

Bei der Jahreshauptversammlung der Kreisgruppe Roth im Bund Naturschutz wurde der Ehrendistelfink 2019 an Stefanie und Friedrich Loy aus Landersdorf verliehen. Die Silberne Verbandsnadel ging an Fritz Werner aus Wendelstein.

Kreisvors. Beate Grüner, Stefanie und Friedrich Loy, Karl-Heinz Donth (v.l.)

06.11.2019

 

Landwirte aus Überzeugung

Die Familie Loy betreibt einen Landwirtschaftsbetrieb, der bis  vor zwei Jahren konventionell geführt wurde. Seit den positiven Erfahrungen mit dem Schauacker erfolgt die Umstellung auf den Biobetrieb nach den Richtlinien von Bioland. Die Landwirtschaft der Familie Loy befindet sich also in einer Umbruchphase. Außerdem führt Friedrich Loy Dienstleistungen für Landwirte und Privatleute durch.

 Zwei wichtige Eigenschaften bewogen die Vorstandschaft zur Verleihung des Ehrendistelfinks. Zum einen der respektvolle Umgang mit der Vergangenheit, der Geschichte, den Grundlagen, also den Ressourcen unseres Lebens, um die Basis für eine lebenswerte Zukunft zu ermöglichen.  Zum anderen eine große  Offenheit gegenüber neuen und oft auch ungewöhnlichen Ideen. Dies kam zum Tragen, als der Familie vorgeschlagen wurde, in Landersdorf einen Schauacker zu einzurichten.

Es handelt sich dabei um einen Acker, auf dem eine historische Wirtschaftsweise -in unserem Fall die klassische Dreifelderwirtschaft – betrieben wird und auf dem die inzwischen so stark gefährdeten seltenen Ackerwildkräuter gefördert werden sollen. Zusätzlich wollte die BN-Kreisgruppe nicht nur darüber informieren, sondern auch mit Hilfe von Steckschildern die jeweiligen Pflanzenarten bekannter machen. Friedrich Loy fand die Idee sofort interessant und bot einen kleineren Acker dafür an, den die damalige Arbeitsgruppe für zweckmäßig hielt. Die Förderung nach dem Vertragsnaturschutzprogramm sagte der Familie jedoch so gut zu, dass der deutlich größere Acker an der Reuther Platte für den Schauacker bereitgestellt wurde.

 In den letzten beiden Jahren wurden etwa 80  verschiedene Wildkrautarten auf der Fläche gezählt, darunter 12 Arten der Roten Liste und der Vorwarnliste gefährdeter Arten. Untersuchungen von Karl-Heinz Donth, Erich Hochreuther und  Richard Radle im letzten Jahr haben gezeigt, dass sich diese Vielzahl nicht nur auf die Pflanzen beschränkt, sondern auch für Tiere, insbesondere Insekten gilt. Pauschal gilt, dass jede heimische Pflanzenart die Lebensgrundlage für etwa 10 Tierarten, meist Insekten liefert.

Noch vor 50 Jahren war eine derartige Artenvielfalt, wie sie heute auf dem Schauacker existiert, allgegenwärtig. Heute ist dieser ungewöhnlicher Artenreichtum dem Engagement der Familie Loy zu verdanken.

 Unermüdlicher Einsatz in Wendelstein

Fritz Werner stieß vor sieben Jahren zur Ortsgruppe Wendelstein, weil er, wie er selbst sagte, "etwas machen wollte" und der BN "der einzige Verein in Wendelstein war, bei dem nicht über Krankheiten geredet wurde". Er war beim Müllsammeln aktiv und fand dort im Wald gleich eine menschliche Hand, die sich zum Glück als Teil einer Schaufensterpuppe herausstellte. Er half beim Nistkasten säubern, wurde als Baum verkleidet, um vor dem Wendelsteiner Rathaus der Forderung nach einer Baumschutzverordnung Nachdruck zu verleihen. Er sammelte Kröten in Rednitzhembach und engagierte sich bei der Suche nach den Wildkatzen  und auch bei der Biotoppflege auf der Wendelsteiner Feuchtwiese war er mit Sense und Heurechen dabei.