Parteiengespräch mit der SPD

Zur dritten Runde der Parteiengespräche begrüßte BN-Vorsitzende Beate Grüner die SPD mit Bezirksrat und Kreisvorsitzenden Sven Ehrhardt, Ben Schwarz, den ersten Bürgermeister von Georgensgmünd, Ursula Klobe, zweite Bürgermeisterin aus Thalmässing, Hans Raithel, zweiter Bürgermeister aus Roth, und aus Büchenbach Gemeinderätin Irene Schinkel und Wolfgang Schmid.

03.02.2020

Zur dritten Runde der Parteiengespräche begrüßte BN-Vorsitzende Beate Grüner die SPD mit Bezirksrat und Kreisvorsitzenden Sven Ehrhardt, Ben Schwarz, den ersten Bürgermeister von Georgensgmünd, Ursula Klobe, zweite Bürgermeisterin aus Thalmässing, Hans Raithel, zweiter Bürgermeister aus Roth, und aus Büchenbach Gemeinderätin Irene Schinkel und Wolfgang Schmid.

Stefan Pieger, stellvertretender BN-Kreisvorsitzender eröffnete das Gespräch mit den Hinweis, dass in den vergangenen 20 Jahren der Flächenverbrauch der Landkreisgemeinden etwa 100 Hektar pro Jahr betrug, bei mehr oder weniger stagnierenden Einwohnerzahlen und der Frage, wie eine Reduzierung möglich sei. SPD-Kreisvorsitzender Sven Ehrhardt  meinte, dass dazu neue Wege notwendig seien. Kommunen müssten gemeinsam Flächen ausweisen und nutzen. Ein gutes Beispiel sei in Roth das Baulückenkataster, das jetzt erstellt wird. Generell sollten Städte leer stehende Häuser aufkaufen und revitalisieren. Thalmässings zweite Bürgermeisterin Ursula Klobe musste die Erfahrung machen, dass Gemeinden oft keine Zugriffsmöglichkeit auf Flächen und Gebäude hätten, trotz gutem Flächenmanagement wie in Thalmässing. Häuser im Dorfkern stünden leer, würden aber nicht verkauft.  Irene Schinkel beklagte, dass es immer nur ums Wirtschaftswachstum gehe. Auch in ihrer Heimatgemeinde Büchenbach werden immer mehr Flächen  ausgewiesen. Ralf Straußberger vom BN aus Rohr wies darauf hin, dass der Bund Naturschutz nicht gegen jeden Fläschenverbrauch sei. "Aber das richtige Maß fehlt", so Straußberger weiter, "kann es denn das Ziel sein, immer mehr zu bauen, auch über den organischen Bedarf hinaus? Auch sollte man dort entwickeln, wo etwa eine gute Anbindung zum öffentlichen Nahverkehr bereits vorhanden sei. Vorrangig müssten Bestandgebäude genutzt werden. Auch neue Wohnformen seien nötig". Georgensgmünds Bürgermeister Ben Schwarz meinte, die Landesplanung solle festlegen, wo Entwicklung gewünscht sei und wo nicht. "Aber ohne Wohnbauentwicklung schrumpfen die meisten Gemeinden im Landkreis", so Ben Schwarz. Auch bei Gewerbegebieten plädierte Schwarz für die Zusammenarbeit. So würde es mit dem interkommunalen Gewerbegebiet in Georgensgmünd in den Partnerkommunen Spalt und Röttenbach keinen derartigen Flächenverbrauch geben. Auch beim Denkmalschutz müsse man teilweise umdenken: "Denkmale müssen leben", so Ben Schwarz. Zu ihrer Aktivierung sollten die Zuschüsse massiv aufgestockt werden. Karl-Heinz Donth vom BN warnte davor, in den Städten jetzt alles zuzubauen. Wenn sich mit dem Klimawandel die Steinwüsten in den Städten immer mehr aufheizten, brauche man Grünflächen und alte Bäume zur Abkühlung. Auch in Roth sei die Aufheizung deutlich zu spüren.

 

Karl-Heinz Donth führte in das zweite Thema des Abends ein, dem Artenschutz, und erläuterte die Ergebnisse einer Untersuchung, die von der BN-Kreisgruppe im Jahr 2018 zum Thema Blühflächen durchgeführt wurde. Als Ergebnis war festzuhalten, dass auf extensiv gepflegten, herkömmlichen Flächen deutlich mehr Tagfalter- und Heuschreckenarten , insbesondere auch Rote-Liste-Arten gefunden wurden, als auf künstlichen Blühstreifen . BN-Kreisvorsitzende Beate Grüner wollte von den anwesenden SPD-Vertretern wissen, was denn in ihren Gemeinden gemacht werde, um die Artenvielfalt zu erhalten. Bürgermeister Ben Schwarz sieht einen Schwerpunkt bei der Schulung der Bauhofmitarbeiter. Auch müsse man das ungewohnte Aussehen der Pflegeflächen offensiv erklären und Schilder aufstellen, damit die Bevölkerung Bescheid weiß."Als Bürgermeister wünsche ich mir eine Anerkennung des hochwertigen ökologischen Zustandes von Flächen, so dass sie als Ausgleichsflächen genutzt werden können", so Ben Schwarz weiter. "Ausgleichsflächen  sind zum Teil schon Spekulationsobjekt".  Stefan Pieger war der Ansicht, dass Ausgleichsflächen vor Ort sein müssten, und nicht kilometerweit entfernt in anderen Gemeinden. Sonst sei keine Kontrolle möglich. Dem pflichtete Ben Schwarz bei und meinte, dass die Kommunen gegeneinander ausgespielt werden. Für den BN sei wichtig, dass die Kommunen mehr Flächen extensiv bewirtschaften, so Karl-Heinz Donth. "Hier bieten sich Feld- und Wegraine an", so Donth weiter. "Raine haben auch eine wichtige Vernetzungsfunktion, aber nur, wenn sie extensiv gepflegt werden.". "Die Pflege der Raine geschieht oft durch benachbarte Grundbesitzer mit Maschinen der Jagdgenossenschaften", führte Ralf Straußberger aus. Da werde meist gemulcht statt gemäht und oft auch zum falschen Zeitpunkt. Die Gemeinden sollten dort über die richtige Pflege informieren. Ein gutes Beispiel für den Schutz der Artenvielfalt auf kommunaler Ebene sei seine Heimatgemeinde Rohr, die jetzt Biodiversitätsgemeinde sei. Das laufe gut an, so Straußberger weiter. Zum Abschluss bedankte sich BN-Kreisvorsitzende Beate Grüner für die Diskussion und meinte, dass die Kommunen sich sehr bemühten. " Damit aber die Tier-und Pflanzenarten profitieren, müssen bestimmte Grundsätze beachtet werden. . Der BN stehe mit seinen Fachleuten zur Beratung zur Verfügung