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Uhu Nachweis für 2020 im Landkreis-Norden

In einem Waldgebiet im nördlichen Landkreis Roth wurde 2020 eine erfolgreiche Uhubrut verzeichnet. Im Frühjahr wurde ein junger Uhu gesichtet.

11.01.2021

In einem Waldgebiet im nördlichen Landkreis Roth wurde 2020 eine erfolgreiche Uhubrut verzeichnet. Im Frühjahr wurde ein junger Uhu gesichtet. Der Uhu ist weltweit die größte Eulenart: seine Flügelspannweite beträgt bis über 160 cm, sein Gewicht bis über 3 kg. Der Uhu ist vor allem ein Felsbrüter, der in Steilwänden oder in Steinbrüchen brütet. Umso überraschender ist sein Nachweis nun in einem Bereich, in dem es keine derartigen Brutmöglichkeiten gibt. „In Frage kommt hier deshalb eine Baum- oder Bodenbrut“, so der BN. „Wir freuen uns als BN-Kreisgruppe sehr über diesen „prominenten“ Brutvogel im nördlichen Landkreis“, so Richard Radle, Geschäftsführer der BN-Kreisgruppe.

 

Streng geschützte Eulenart

Bis in die erste Hälfte des letzten Jahrhunderts wurde der Uhu massiv verfolgt, intensiv bejagt und Junguhus „ausgehorstet“. So war er in weiten Teilen Deutschlands ausgerottet. Heute ist der Uhu streng geschützt und gilt in Bayern als gefährdet. Der Bestand wird auf ca. 500 Brutpaare geschätzt. Der nächstgelegene Verbreitungsschwerpunkt ist die Fränkische Alb, in der Uhus oft in Felswänden brüten. Das Landesamt für Umwelt hat deshalb ab 2001 zusammen mit dem Landesbund für Vogelschutz ein Artenhilfsprogramm Uhu aufgelegt. Der Brutplatz wird geheim gehalten, um die Aufzucht der Junguhus nicht gefährden. Der Uhu brütet vor allem in reich gegliederten Landschaften und in strukturierten Wäldern mit nicht zu dichtem Baumbestand. Wichtig ist ein ganzjährig reichhaltiges Nahrungsangebot. Charakteristisch ist der zweisilbige Ruf uu-hu oder bu-ho.

 

Viele Gefährdungsfaktoren

Der Bruterfolg hängt von vielen Faktoren ab und ist wohl seit den 1990er Jahren rückläufig. Der Bruterfolg wird insbesondere dadurch bestimmt, ob für den Offenland-Jäger seine Hauptnahrung, hauptsächliche Mäuse und andere Kleinsäuger, vorhanden und erreichbar ist. Hier wirkt sich der Rückgang der Beutetiere (z.B. Igel) negativ aus. Zum anderen sind Beutetiere in den schnell wachsender Kulturarten wie Mais und Raps für den Uhu in der Aufzuchtzeit oft nicht mehr erreichbar. Immer wieder kommt es auch zu Störungen an den Brutplätzen in Felswänden durch Kletterer, durch nahegelegene Mountainbike-Trails bzw. Wanderwege oder durch Holzernte in der Brutzeit. Derartig frequentierte Felswände scheiden dann als Brutplatz aus. Etliche Uhus kommen auch an ungesicherten Strommasten und durch Verkehr ums Leben.